Ostergruß 2022

Vielleicht gelingt es uns, den Wert des Lebens neu zu erkennen, es zu schützen, als Geschenk für alle zu betrachten und weiterzugeben.
Bild von Bruder Igor Hollmann.

Liebe Freunde und Unterstützer des „Projekt Omnibus“,
liebe Familien, liebe Kinder,

die Welt, in der wir leben, ist ein sehr zerbrechlicher Ort im Universum. In der letzten Zeit gewannen Begriffe wie Sicherheit, Freiheit, Solidarität und Menschlichkeit aufgrund der aktuellen Ereignisse mehr an Bedeutung. Was selbstverständlich war, gehört nun teilweise der Vergangenheit an. Es herrscht Krieg in Europa. Wer hätte das zu Beginn des Jahres schon für möglich gehalten? Wie ist es möglich, dass es in unserer modernen Gesellschaft, die sich als hoch entwickelt und zivilisiert hält, keine friedliche Lösungen auf Verhandlungsbasis gibt? Vielleicht werde ich gleich wach und der Albtraum vom Krieg ist wieder vorbei. Kann man die Gewaltspirale zurückdrehen? Existiert für so einen Ernstfall eine Sicherungskopie unserer Welt? Diese hat niemand angefertigt. Wir suchen auch vergebens nach der Wiederherstellungsfunktion. Und das „Zurücksetzen auf Werkseinstellungen“ macht keinen Sinn, da wir davon schon viel zu weit entfernt sind. Diese Möglichkeiten der digitalen Welt gibt es in der realen Welt nicht. Diese Tatsache ist zugleich Segen und Herausforderung für uns Menschen.

Unser eigenes Leben ist ein Geschenk und man kann es nicht zurückdrehen. Es ist auch vom Umtausch ausgeschlossen. Vielleicht ist es deswegen so zerbrechlich, einzigartig und wertvoll? Man kann es aber immer wieder neu ausrichten. Uns wird das oft erst dann bewusst, wenn es bedroht ist und wenn wir es zu verlieren scheinen.

Allmächtiger, ohnmächtiger Gott, wann keimt die Hoffnung, die Du in uns eingepflanzt hast? Wann ist die Zeit des Wachstums und der Blüte? Wann weicht die Dunkelheit dem Licht, die Krankheit der Gesundheit, der Tod dem Leben und der Krieg dem Frieden? P. Michael beschreibt in seinen Notizen diesen inneren Kampf und die Suche nach Glück und gelungenem Leben sehr treffend. Gekreuzigter und auferstandener Herr, kannst Du mit Deinen ausgebreiteten und verwundeten Armen für uns eine Brücke schlagen? Eine Brücke zwischen der tiefen Schlucht unseres manchmal verzweifelten Suchens und erfüllter Hoffnung? Du kennst unsere Sehnsüchte. Auch für Dich gibt es kein Zurück mehr. Bedingungslos gehst Du den Weg mit uns bis zum letzten Atemzug.

Wir müssen uns innerlich neu ordnen, den liebenden Blick Jesu aushalten und zulassen. Vielleicht gelingt es dann, unser Leben neu in den Blick zu nehmen. Vielleicht gelingt es uns, den Wert des Lebens neu zu erkennen, es zu schützen, als Geschenk für alle zu betrachten und weiterzugeben. Wer weiß, vielleicht erleben wir dann das Keimen der neuen Hoffnung in uns. Wenn wir den eigenen Wert und den Wert unseres Gegenübers erkennen und respektvoll miteinander umgehen, dann gelingt der Bau einer Brücke zwischen den Menschen und die Welt wird etwas heller und wärmer.

Ich möchte mich an dieser Stelle für die Unterstützung und Treue bedanken. Sie helfen uns dabei, die Familien hier im Omnibus aufzufangen, wenn sich durch die Krankheit ihres Kindes ein tiefer Abgrund unter ihren Füßen auftut. Das sind auch Ihre und Eure Hände, die den Familien entgegengestreckt sind und festhalten. Dafür sage ich ein großes Dankeschön. Vielen Dank auch dafür, dass Sie mittragen und der Omnibus so weiterfahren darf. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Osterfest mit Freude im Herzen. Mögen Sie und Ihre Lieben daheim sich immer fester als wertvolles Geschenk zu verstehen lernen. Sie werden spüren, wie die Hoffnung keimt, das Leben zurückkehrt und es gelebt werden will.

Mit österlichen Grüßen
auch im Namen des gesamten Omnibus-Teams

Bruder Igor Hollmann ofm

Die Hoffnung, das Leben hat sich zurückgezogen. Jede Entfaltung aufgegeben. die Reste des Glücks hängen überall herum. Seelenlos und leblos ist alles geworden. Leg ein neues Gewand an. Warte bis die Hoffnung keimt. In dir ist doch Glück und ewiges Leben eingeschenkt.

(Pater Michael Först ofm )

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